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Microsofts praktische Zweitverwertung

Microsofts praktische Zweitverwertung In jüngster Zeit prüft Microsoft in zwei offenen Betatests die Akzeptanz neuer Zugänge zu Funktionen, die eigentlich nicht neu, sondern in Windows 7 beziehungsweise Office 10 bereits vorhanden sind. Wir haben uns beide Varianten angesehen.

Docs.com (http://docs.com/)
Einen Betatest hat Microsoft mit der Live-Funktionalität von Office gestartet. Im neuen Office 2010 ist es ja möglich, Dokumente (Word, Excel, Powerpoint) online zu bearbeiten, und zwar gleich von mehreren Autoren gleichzeitig. So ähnlich funktioniert auch „Docs“.
Nun ist das Ganze ja auch nicht wirklich neu, denn bei Google funktioniert dieses Document Sharing ja bereits problemlos seit längerem und wurde jüngst auch in Google Waves implementiert, also der neuen interaktiven Kommunikationsplattform von Google. Auf der sich übrigens zurzeit recht wenig tut. Microsoft setzt daher auf Facebook und stellt Docs als FB-Anwendung zur Verfügung.
Das Procedere ist ähnlich wie bei der Live-Funktion in Office: man erstellt auf Docs ein neues Dokument oder lädt ein bereits vorhandenes hoch, kann es online bearbeiten, speichern und freigeben. Bei der Bearbeitung erhält man alle Grundfunktionen wie in der Office-Applikation und findet sich daher leicht zurecht und hat auch alle wichtigen Formatierwerkzeuge zur Verfügung. Bei der Freigabe kann man ebenfalls wie bekannt spezielle Freunde oder Mitarbeiter einladen, das Dokument nur für Facebook-Freunde freigeben oder eben für alle sichtbar machen und auch in den selben Kategorien zur Bearbeitung einladen.
Soweit so simpel, bleibt letztendlich nur die Frage nach der Sinnhaftigkeit. Denn Facebook ist typischerweise nicht die Plattform, um gemeinsam aufwändige Dokumente zu bearbeiten. Für den schnellen Tratsch oder um seine Statements loszuwerden sind die Bordmittel wie Kommentare oder die Pinnwand völlig ausreichend, und um mehr geht es bei Facebook eigentlich nicht, von ein paar Bildchen und Spielen vielleicht abgesehen. Ein Excel-Dokument passt da irgendwie nicht ganz hinein und auch Word ist für die Schreibgewohnheiten der FB-Klientel eine Overkill-Lösung. Somit wird sich die Akzeptanz wohl in Grenzen halten und als Werbung für Office ist es wohl auch nicht ganz ideal.
Allerdings hat man diese Online-Funktionalität ja schon und wenn sich dieses Feature leicht mit Facebook verbinden lässt, ist es für Microsoft natürlich den Versuch wert. Und den Anwender kann es freuen, solange es gratis ist, hat er doch eine Option mehr und kann die Möglichkeiten dieses Document Sharings nutzen, ohne ein Office 10, eine Windows Live ID oder ein Konto bei Google besitzen zu müssen. Somit ist es letztendlich vielleicht doch eine sinnvolle „Zweitverwertung“.